Muss jede Datenerfassung schriftlich genehmigt werden?

Nein! Datenerfassung ist erlaubt, wenn…

Außer der schriftlichen Einwilligung zur Verarbeitung persönlicher Daten gibt es weitere „Erlaubnisgründe“, die im Gesetz genannt werden. Nach Artikel 6 DSGVO ist die Verarbeitung von Daten rechtmäßig, wenn folgende Sachverhalte vorliegen:

  • In der Praxis ist dies der häufigste Fall: Erfüllung eines Vertrages, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist. Gilt auch für die Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen, die auf Antrag der betroffenen Person erfolgen. Das könnte z.B. eine Anfrage bei einem Hausmakler sein;
  • Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung, der der Verantwortliche unterliegt, z.B. steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen;
  • Schutz lebenswichtiger Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person. Das liegt z.B. vor, wenn man einem Rettungssanitäter darüber informiert, dass der Verletzte zuckerkrank ist;
  • öffentliches Interesse oder Erfüllung hoheitlicher Aufgaben: wenn Behörden tätig werden;
  • Wahrung berechtigter Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person (insbesondere eines Kindes) überwiegen. Kurz: wenn das Interesse des Verantwortlichen überwiegt.
Muss jede Datenerfassung schriftlich genehmigt werden?